Werden Kredite in Österreich zu leichtfertig vergeben?
June 20th, 2008 in Kredit
Die österreichische Tageszeitung “Die Presse” berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe über die Schuldenfalle in Österreich.
In Österreich ist der Schuldner zu 58% männlichen Geschlechts, um die 40 Jahre alt, und im Schnitt mit 46.648 Euro verschuldet. Häufig ist seine Muttersprache nicht die deutsche.
Früher haben diese Leute sehr leicht einen Kredit bekommen. Besonders an türkische Grossfamilien vergaben die Banken sehr gerne Kredite. Die Kreditinstitute handelten nach dem Motto “Irgend jemand von den vielen Familienmitgliedern wird die Zinsen schon zahlen.”
Diese Kreditpolitik ging aber ziemlich in die Binsen. Wenn jedes Mitglied der Grossfamilie bereits über beide Ohren verschuldet ist, gibt es bei der Rückzahlung ein ernstes Problem.
Jetzt werden von den Banken die Konsequenzen gezogen, und Kredite sind immer schwieriger zu bekommen. 39 Personen gehen in Österreich täglich in den Privatkonkurs.
Häufig sind unter den Gläubigern Banken, Mobilfunkbetreiber und Versicherungen zu finden. Das Versandhaus als Gläubiger wurde von den Mobilfunkbetreibern fast vollständig verdrängt. Das Mobiltelefon ist schon länger als heimtückische Schuldenfalle bekannt.
Experten meinen aber dass die Kredite in Österreich trotzdem noch immer viel zu leichtfertig vergeben werden. Die Banken wehren sich auch gegen gesetzlich vorgeschriebenen Bonitätsprüfungen. Kann der Kredit dann aber nicht zurückgezahlt werden, so muss der Staat in Form des Gerichtsvollziehers helfend eingreifen, kritisieren Finanzexperten.
In anderen Ländern würden Kredite strenger vergeben werden. Zum Beispiel in der Schweiz. Vergeben die Banken zu grosszügige Kredite die nicht zurückgezahlt werden können, so müssen die Banken selbst damit fertig werden. Der Staat hilft ihnen dann nicht.
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Guten Tag,
mit Interesse verfolge ich immer wieder Ihre Artikel, aber diesmal ufern Sie etwas aus. Der Satz: “Die Banken wehren sich auch gegen gesetzlich vorgeschriebenen Bonitätsprüfungen” ist völlig unrichtig. Richtig ist, daß es in Österreich und in der gesamten EU die “Datenschützer” immer wieder erreichen, daß man als Bank oder aber auch als Unternehmer – stets als Verlierer da steht. Es gibt fast keine Möglichkeiten eine Privat-Person auf dessen Bonität zu prüfen, da man in 99% der Fälle keine Behördenauskunft erhält – alles unter dem Deckmantel “Datenschutz”! Derzeit wird sogar der Kreditschutzverband in seiner Datenqualität eingeschränkt – um hier wieder notorische Nichtzahler in den “freien Schuldenmarkt” einzubinden. Es gilt wie immer mehr – rein nur der Umsatz und die Wirtschaft. Ich arbeite täglich im Bereich der Bonitätsprüfungen und muß feststellen, daß es immer schwieriger wird – selbst vom Kunden bereitgestellte Daten – auf deren Gültigkeit und Richtigkeit zu überprüfen. Ich würde eher die Schuld bei den Behörden und den Datenschützern suchen, welche Auskünfte verweigern, nicht wollen oder gar nicht dürfen und schlußendlich verbieten. Natürlich kann jeder einmal eine Rechnung übersehen oder in finanzielle Notlage (z.B. durch Scheidung oder Verlust des Arbeitsplatzes) geraten, aber zunehmend sehe ich dem Betrug in Österreich Tür und Tor geöffnet. Informieren Sie sich bitte zuerst über das Datenschutzgesetz und über die Datenschutzkommission und deren Gesetze in Österreich und der EU….. und urteilen Sie dann wie man es sonst machen sollte. Danke!