Kredit aufnehmen um Geld zu waschen?
August 27th, 2010 in Kreditbetrug
Die Affäre der Hypo Alpe Adria ist um eine Facette reicher geworden. Angeblich wurden dort Kredite aufgenommen und genehmigt, um Geld zu waschen. Die Geldwäsche durch Kredite funktionierte auch recht gut, bis die Finanzkrise die Bank in Turbulenzen stürzte, und das ganze Ausmass der Aktivitäten dadurch nach und nach an das Tageslicht bringt.
Über Offshore Firmen wurden rund 100 Millionen Euro Schwarzgeld auf Konten der Hypo in Liechtenstein angelegt. Parallel dazu wurde im Zeitraum 2007 bis 2008 ein Kredit von 81,56 Millionen Euro von der Hypo Group Netherlands Corporate Finance, einer Banktochter in Holland, gewährt. Ein zweiter Kredit über 17,9 Millionen Euro wurde von der Hypo Alpe Adria International AG im Zeitraum 2008–2009 bewilligt.
Beide Kredite wurden von einem Belgrader Bauunternehmen in Anspruch genommen. Mit dem Geld wurden in der serbischen Hauptstadt 2.200 Wohnungen und Geschäftslokale errichtet. Die Kredit Rückzahlung soll nach kurzer Zeit sofort gestoppt worden sein. Von den 81,56 Millionen Euro der Hypo Netherlands wurden nur 5,5 Millionen Euro zurückgezahlt. Bei den 17,9 Millionen der Hypo International waren es 2,9 Millionen Euro.
Das war für die Bank allerdings kein Problem. Die ausständige Kreditschuld wurde von den angelegten Schwarzgeldkonten in Liechtenstein beglichen. Der Ergebnis konnte sich sehen lassen. Das Schwarzgeld war nun blütenweiss.
Hat diese Vorgangsweise wirklich so der Realität entsprochen, musste das Management der Bank darüber Bescheid gewusst haben. Anders wäre es nicht gegangen. Die Ermittler gehen jetzt weiteren Spuren nach und prüfen in wie weit das Management in dieser Machenschaften wirklich verstrickt ist.
Photographer: Vinicius Tupinamba | Agency: Dreamstime.com
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