Warum geriet Kap Verde in den Schuldensumpf?

Nicht nur Griechenland und Italien befinden sich aktuell in einer Schuldenkrise. Auch der afrikanische Inselstaat Kap Verde kämpft mit seiner enormen Schuldenbelastung. Der Unterschied? Kap Verde ist kein Mitglied der EU.

So kann man auf keinen Schutzschirm und keine Hilfzahlungen von den wohlhabenden EU-Mitgliedsstaaten hoffen. Die kapverdischen Inseln mit ihren etwa 500.000 Einwohnern müssen sich selbst aus dem Schlamassel ziehen.

In den letzten zwei Jahren hat sich das Defizit versiebenfacht. Der Staat gibt viel mehr aus als er einnimmt. Wenn in der Schuldenpolitik keine Trendumkehr erfolgt, werden die öffentlichen Schulden kaum noch haltbar sein. Das hätte für das Land schlimme Folgen zum Ergebnis. Experten überlegen nun wo man beim Schuldenmachen den Sparstift ansetzen könnte. Welche Ausgaben sind nötig, welche sind effektiv, und welche Ausgaben sind keines von beiden?

2010 lag das Defizit bei 23 Prozent des BIP. Im Vergleich: das österreichische Defizit lag 2009 bei 3,5 Prozent. Deutschland hatte in diesem Jahr ein Defizit von 3,1 Prozent. Die Schuldengrenze des europäischen Stabilitätspaktes liegt bei 3 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Warum musste sich Kap Verde in den letzten Jahren so viele Kredite aufnehmen? Zum einen kämpfte man mit den Auswirkungen der internationalen Finanz und Wirtschaftskrise. Ausserdem wollte man die Möglichkeit der billigen Kredite ausnützen, so lange dies möglich war. Später wurde man ja als Land mit einer mittleren Wirtschaftlichkeit klassifiziert, was teurere Kredite zur Folge hatte. Eine dritter Grund könnten die anstehenden Wahlen gewesen sein. Die regierenden Politiker wollten dem Bürger noch einmal mit teuren Wahlzuckerl beeindrucken.

Man wird sehen ob und wie sich Kap Verde aus diesem Schuldensumpf befreien kann. Nun ist die Politik gefordert.

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